Kurzbeschreibung der nominierten Beiträge

Kategorie PRINT

Deutschland

Konrad Schuller, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
„Sterben für die saure Mehlsuppe“
Der Artikel „Sterben für die saure Mehlsuppe“ vom 24. Juni 2007 erläutert vor dem Hintergrund des „Quadratwurzel“-Streits in der Europäischen Union die Rolle des „Opfer- und Christusmythos“ als Werkzeug in der polnischen Politik. Es wird versucht, die neueste polnische Geschichte (am Beispiel des Warschauer Aufstandes) und ihre prägende Rolle sowohl für die Kaczyński-Brüder als auch für die polnische Gesellschaft zu erklären. In einer politisch bewegten Zeit versucht Schuller, Verständnis für das Verhalten der polnischen Regierenden zu finden.  

Renate Meinhof, Süddeutsche Zeitung
„Die wundersame Welt der Waschkraft“
Ein Bademantel auf seinem Weg von Berlin nach Nowe Czarnowo und zurück. In dieser Geschichte geht es um ein Stück Globalisierung. Ein Bademantel aus dem Berliner Luxushotel Grand Hyatt wird in eine polnische Wäscherei begleitet. Dabei bekommt der Zuschauer Einblick in das Privatleben der polnischen Arbeiterinnen. Sie zeigen uns ihren Tagesablauf, die Schichtarbeit in der Wäscherei, ihre Wohnungen und ihre Familien. Die Autorin beschreibt die unterschiedlichen Lebenswelten der Menschen, durch deren Hände der Bademantel geht, ihr Denken und Fühlen. „Die wundersame Welt der Waschkraft“ wurde im Jahr 2009 von dem deutschen Filmregisseur Hans-Christian Schmid verfilmt.

Petra Reski, GEO
„Wiedersehen in Wrzesina“
Monika und Josef Reski halten sich seit 50 Jahren die Treue. Ihre Goldene Hochzeit ist für Geschwister, Kinder und Kindeskinder Anlass heimzukehren in das polnische Dorf Wrzesina, das einmal Alt Schönenberg hieß und aus dem sie der Krieg oder später wirtschaftliche Not vertrieben hatten. Petra Reski, Nichte des Jubilars, erzählt eine deutsch-polnische Familiengeschichte voller Wiedersehensfreude, voller Heimweh.


Kategorie RADIO

Deutschland

Katarina Bader, SWR
„Herr Hronowski und ich – eine polnisch-deutsche Freundschaft“
Jurek Hronowski war 18 Jahre alt, als die Nazis ihn nach Auschwitz verschleppten. Katarina Bader hat ihn 60 Jahre später kennen gelernt. Damals war sie 18 Jahre alt. Er wurde für sie ein Freund, ein Ratgeber und ein Ersatz-Großvater. Er hat ihr beigebracht, wie man das „y“ im Polnischen richtig ausspricht und wie man wirklich gute Erbsensuppe kocht. Und er hat ihr erzählt: Von Edek, Wojtek und Mala – Mithäftlingen, die Auschwitz nicht überlebt haben, aber in Jureks Erinnerung lebendig geblieben sind. Im vergangenen Jahr ist Jurek gestorben. Die polnisch-deutsche Aussöhnung hat mit ihm einen Fürsprecher verloren, einen, der nie im Fernsehen sprach und über den kaum eine Zeitung schrieb, der aber für viele Menschen die Welt verändert hat. Für Katarina Bader zum Beispiel. „Herr Hronowski und ich – eine deutsch-polnische Freundschaft“ gab den Impuls für das Buch „Jureks Erben. Vom Weiterleben nach dem Überleben“ das 2010 veröffentlicht wurde.

Gerhard Zschorsch und Artur Becker, Hessischer Rundfunk
„Małe męki“ (Kleine Leiden)
Nachdem in „SchuriBuri“ eine kleine deutsch-polnische Gefolgschaft von Eigenbrötlern Krakau erkundet hat, zieht es nun den Dichter mitsamt seinem Cicerone weiter nach Masuren. Dort, an der Grenze zum Ermland, finden sie auf einer winzigen Insel im Dadajsee für einige Zeit Unterkunft. Die wenigen Polen auf der Insel, Sonderlinge wie sie, haben beharrlich ihre Unabhängigkeit bewahrt. So abgeschieden dieser Landstrich auch scheint, spiegelt sich doch gerade in ihm die schicksalsreiche Geschichte Polens. Małe męki – das bedeutet im polnischen „kleine Leiden“. Einander zuhören und nicht verstehen – das könnte über dieser Begegnung in der versunkenen Landschaft des ehemaligen Ostpreußens stehen. Und doch ist es der zaghafte Anfang einer deutsch-polnischen Freundschaft.

Marietta Morawska-Büngeler, WDR
„Neugier genügt – Mein innerer Blickwinkel hat sich verändert“
Der Sejm, das polnische Parlament und die Universität Warschau haben junge Deutsche als Praktikanten eingeladen. Sie unterstützen einen polnischen Abgeordneten bei der Arbeit und können gleichzeitig an der Universität Kurse besuchen sowie am kulturellen Leben der Stadt teilnehmen und Leute kennenlernen. Johanna Mueller ist eine dieser Praktikantinnen. Sie erlebt den Unterschied zwischen der offiziellen Politik und den Diskussionen in der parlamentarischen Arbeit, macht sozusagen einen Intensivkurs in polnischer Kultur, Geschichte und aktueller Politik. In der noch jungen Republik wird sehr offen diskutiert, stellt sie fest, und das hat auch ihren inneren Blickwinkel auf die Menschen in unserem Nachbarland verändert.

 


Kategorie FERNSEHEN

Deutschland

Andrzej Klamt, ZDF Theaterkanal
„Dreiländereck“
Die Theatergeschichte im deutsch-polnisch-tschechischem Länderdreieck reicht bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. Damals stand sie noch ganz im Zeichen des deutschsprachigen Theaters. Nach dem Krieg und der Neuaufteilung Mitteleuropas beginnt eine neue Zeit für diese Kulturgegend von Schlesien, Nordböhmen und der Lausitz. Aus den wichtigsten Städten der Region Reichenberg und Hirschberg sind nun Liberec und Jelenia Góra geworden, nur Görlitz ist in den Grenzen Deutschlands geblieben. Die drei Stadttheater praktizieren seit Jahren einen regen Austausch von Ideen und Vorstellungen und veranstalten ein gemeinsames Festival. In dieser Extra-Ausgabe der Sendereihe „Theaterlandschaften“ stellt die Schauspielerin Esther Schweins die drei Theater im deutsch-polnisch-tschechischen Länderdreieck am Rande des Riesengebirges vor, besucht das Gerhart-Hauptmann-Haus in Agnetendorf und Wallensteins Schloss in Friedland.

Tim Evers, rbb
„Madonna aus Warschau – Aufstieg der schönen Agata Buzek“
„Madonna aus Warschau“ – dieser Titel haftet ihr an, seit sie vor einigen Jahren als Model in Paris jobbte. Inzwischen ist Agata Buzek eine der bekanntesten Schauspielerinnen in Polen. Nun macht sie international Karriere und präsentiert ihren neuesten Film – Peter Greenaways „Nachtwache“ – beim Filmfest in Venedig. Heute Paris, morgen Venedig, dazwischen Berlin: Damit ist Agata Buzek, Tochter des ehemaligen Ministerpräsidenten Jerzy Buzek, auch so etwas wie die perfekte Botschafterin des neuen, modernen Polen, denn gerade die junge Generation sucht wie sie ihre Chance im Ausland.

Antonia Schmidt und Krzysztof Czajka, rbb
„Kowalski trifft Schmidt“
„Kowalski trifft Schmidt“ beschäftigt sich seit 1993 mit dem Alltag in beiden Ländern. So unterschiedlich die Situation in den verschiedenen Bereichen ist, so ähnlich sind manchmal die Probleme, die sich nach der politischen Wende aus dem Erbe des sozialistischen Realismus ergeben haben. Darüber hinaus geht es um das Lebensgefühl in Deutschland und Polen und um Trends. Die Themen betreffen zahlreiche Bereiche: Kultur, Politik, Wissenschaft und Soziales.